Pasteurisationsanlagen

Pasteurisations- und Kühlanlagen

Durchlaufpasteurisations- und Kühlanlagen werden in der Obst-, Fisch- und Sauerkonservenindustrie eingesetzt sowie in der Getränkeindustrie zum Pasteurisieren und Kühlen von Bier, Fruchtsäften und Fruchtsaftgetränken in Flaschen oder Dosen. Auch in der Feinkostindustrie sind eine Reihe von Anlagen im Einsatz, um hochwertige Lebensmittel mit einer längeren Haltbarkeit ohne die Zugabe von Konservierungsstoffen herzustellen sowie die Qualität einiger heiß abgefüllter Produkte durch schnelles und intensives Rückkühlen zu optimieren.

Pasteur

Pasteur

Viele Convenienceprodukte, die für den Lebensmitteleinzelhandel oder den Großverbraucherbereich hergestellt werden, können durch Pasteurisation im Temperaturbereich unter 100°C und anschließende Rückkühlung in ihrer Haltbarkeit wesentlich verlängert werden, ohne den Frischecharakter der Lebensmittel zu beeinträchtigen (z. B. „Sous Vide“-Produkte). Neben der Verlängerung der Haltbarkeit und der Optimierung der Produktqualität lassen sich durch den Einsatz von kontinuierlichen Pasteurisations- und Kühlsystemen in Verbindung mit einer Kühlwasserrückgewinnungsanlage die Kosten für Frisch- und Abwasser sowie Energie erheblich reduzieren.

Wasserbadpasteurisatoren

Speziell im Bereich der Obst- und Sauerkonservenindustrie werden sehr häufig Wasserbadpasteurisatoren eingesetzt. Diese Anlagen sind ständig weiterentwickelt worden und stehen heute auf einem sehr hohen technischen Niveau.

Insbesondere in Betrieben, in denen die Energieversorgung schwankenden Bedingungen ausgesetzt ist, haben die Wasserbadpasteurisatoren den Vorteil, dass trotz nicht immer gleichmäßig zugeführter Wärmemenge eine konstante Wasserbadtemperatur in der eigentlichen Pasteurisationszone erreicht wird. Bedingt durch den Einsatz von leistungsstarken Umwälzpumpen, die von der Firma Niko speziell für den Einsatz in Pasteurisationsanlagen entwickelt worden sind und die eine sehr große Wassermenge fördern, ist gewährleistet, dass die Temperatur in der Pasteurisationszone gleichmäßig verteilt ist. Im Hinblick auf das eigentliche Transportsystem, das die Fertigpackungen beim Ein- und Auslaufen absenkt bzw. anhebt, eignen sich diese Pasteurisationsanlagen sehr gut für Behälter wie Dosen und Gläser mit einer relativ großen Standfläche.

An die Pasteurisationszone schließen sich mehrere Kühlzonen an, in der die Behältnisse durch Übersprühen mit Kaltwasser abgekühlt werden. Zur besseren Ausnutzung der Energie und zur Schonung der Packungen ist die Kühlstrecke in mehrere Temperatur- Zonen aufgeteilt. Zur Beheizung werden direkt oder indirekt dampfbeheizte Systeme angeboten. Bei der indirekten Heizung kann gewählt werden zwischen innen liegenden Heizregistern und einem externen Wärmetauscher. Wasserbadpasteurisatoren werden wegen ihres hohen Maßes an Funktionssicherheit und problemloser Handhabung von vielen Betrieben bevorzugt.

Dampfdurchlaufpasteurisatoren

Doppelstockautoklav

Doppelstockautoklav

Der Einsatz dieser Anlagen war lange Zeit umstritten und hat in der Vergangenheit etwas an Bedeutung verloren. Die Diskussion um Vor- und Nachteile dieser Anlagen war nicht unbegründet, da es anfangs erhebliche Schwierigkeiten gegeben hat, die Temperaturen exakt zu steuern. Insbesondere wurden erhebliche Temperaturdifferenzen über die Breite der Anlagen festgestellt, die bei einigen Produkten auf keinen Fall vertretbar waren. Moderne Dampfpasteurisationsanlagen sind heute mit einer exakten Temperaturregelung ausgerüstet, bei der die vorgenannten Probleme nicht mehr auftreten.

Die Dampfpasteurisation hat gegenüber der Wasserbadpasteurisation einen wesentlichen Vorteil. Bedingt durch den ebenen Transport können auch Packungen verarbeitet werden, die über eine kleine Standfläche verfügen und zum Umkippen neigen. Außerdem können die Anlagen zum Pasteurisieren von Folienbeuteln oder ähnlichen Verpackungen verwendet werden, da sie während der eigentlichen Pasteurisation nicht aufschwimmen können.

Berieselungspasteurisatoren/ -kühler

Berieselungspasteurisatoren

Berieselungspasteurisatoren

Diese Anlagen wurden in den letzten Jahren sehr häufig eingesetzt. Auch hier werden wie bei den Dampfpasteurisatoren die zu verarbeitenden Packungen horizontal durch die Anlage geführt, so dass auch Packungen mit schlechter Standfestigkeit verarbeitet werden können.

Die Apparate werden je nach Verwendungszweck in verschiedene Temperaturzonen aufgeteilt. Der Anwender bestimmt, ob die Anlage als Kombination Pasteurisator/-kühler oder ausschließlich als Kühler genutzt wird.

Das Wasser wird in den einzelnen Zonen im Kreislauf gepumpt, wobei die Niko-Pumpen auf eine hohe Durchsatzleistung bei geringer Druckdifferenz ausgelegt sind. Über spezielle Düsenstöcke oder Beregnungswannen wird erreicht, dass sämtliche Behältnisse sicher mit dem Erhitzungsbzw. Kühlmedium in Kontakt kommen. Der eigentliche Energiefluss erfolgt im Gegenstrom, so dass beispielsweise das letzte Kühlwasser entweder in die Vorwärmzone oder in die erste Kühlzone zurückgeführt wird.

Die Abdeckung der Pasteurisatoren ist in Segmente eingeteilt. Hitzebeständige Dichtungen schließen die Bauteile dicht gegen Schwadendampfbildung ab. Die Abdeckungen sind so installiert, dass über ein Wasserschloss keine Schwaden nach außen dringen können.

Standardmäßig werden die Durchlaufpasteurisatoren in Arbeitsbreiten von 2 m, 2,5 m und 4 m geliefert. Überbreiten und Sondermaße sind auf Wunsch ebenfalls möglich. Die Längen richten sich nach den geforderten Leistungen bzw. nach den Produktdaten. Für den Fall, dass die räumlichen Verhältnisse keine entsprechende Anlagenlänge zulassen, können auch Doppelstockpasteurisatoren geliefert werden.